„Herz- und Zeitverschenker“ schlagen der Einsamkeit viele Schnippchen

Weitere BesucherInnen willkommen! - Stand Sommer 2011!

 

­>           Mann im Vorruhestand geht mit älterer Frau zum Spaziergang in den Brenzpark und auf den Wochenmarkt;

->           Frau geht regelmäßig wöchentlich zu einem demenzkranken Mann zum Kaffeetrinken und Schwätzen;

->           Frau geht mit Frau spazieren und sie machen gemeinsam Spiele;

->           Frau macht mit jüngerem erblindeten Mann größere Spaziergänge;

->           Mann besucht 93­jährige Seniorin;

->           Frau begleitet Frau zum Arzt und zu Veranstaltungen;

->           Mann geht mit älterem erblindetem Mann ins Cafe;

->           Frau besucht Frau und sie teilen ihre gemeinsame Leidenschaft zum Malen;

->           Frau begleitet eine Frau zum gemeinsamen Theaterspielen;

->           Frau hat regelmäßigen telefonischen Kontakt zu einem erblindeten älteren Mann;

­>           Frau besucht 100-jährige zum gemeinsamen musizieren und französisch sprechen;

­>           Frau freut sich über Besuche zum Kaffeetrinken, wobei ihr besonders wichtig ist, liebevoll und aufwändig den Kaffeetisch einzudecken;

­>           Frau bereitet für einen alleinstehenden Herrn eine kleine Geburtstagsfeier vor mit Leberkäse, Brezeln, Kaffee und Kuchen;

­>           jüngere Frau besucht Frau um gemeinsam zu spielen;

­>           mehrere Ehrenamtliche ermöglichen es durch Fahrdienste den an Spiele Interessierten am monatlichen Spielenachmittag in der ARCHE teilzunehmen.

Wir danken von Herzen allen Mitmenschen, die Besuche wünschen und all denen, die Besuche machen.

(Wir verzichten auf die Nennung von Namen, um die Personen zu schützen.)

Eine schicksalshafte Fügung:

Vor kurzem wurde eine Anfrage über das Projekt „Der Einsamkeit ein Schnippchen schlagen“ an mich herangetragen. Es ging um Besuche bei einer jüngeren Frau, so um die 40, die  seit Jahren auf Grund einer unheilbaren Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist. Meine Überlegungen gingen natürlich zuerst in die Richtung, eine Frau aus unserem Besucherkreis zu finden, die in einem ähnlichen Alter ist. Die zwei Frauen, die momentan dafür passen würden, hatten jedoch bereits jemanden, dem sie „Herz und Zeit“ schenkten. Bei einem Treffen fasste ich mir jedoch ein Herz und fragte eine der Frauen, ob sie es sich vorstellen könnte, bei dieser Frau im Rollstuhl auch noch Besuche zu machen. Während ich ihr in kurzen Worten die Situation schilderte, stellte es sich heraus, dass sich beide Frauen bereits kennen. Vor sechs Jahren lagen sie im gleichen Zimmer im Krankenhaus und hatten sich damals schon sehr gut verstanden. Nach dem Krankenhausaufenthalt haben sie sich sogar noch ein paar Mal getroffen. Doch dann verloren sie sich aus den Augen. Umso größer war die Freude, als sich nun die ehemaligen „Bettnachbarinnen“ und ihre Familie jetzt – angeregt durch das »Freunde«- Projekt – nach so langer Zeit wieder getroffen haben. Ich dachte mir gleich, dass dies eine schicksalshafte Fügung ist, denn die Besuche zu machen und Kontakt miteinander zu haben, wurde mit Begeisterung aufgenommen.

OH – was für eine Hauptprobe

Mit „Fidelio“ der Einsamkeit ein Schnippchen geschlagen

Zehn Beteiligte vom Projekt der „Herz- und Zeitverschenker“ erhielten über Oliver von Fürich von der Stadt Heidenheim eine Einladung zur öffentlichen Hauptprobe von „Fidelio“. Nachdem es um 17.00 Uhr kurz geregnet hatte, fand die Probe doch bei sehr schönem Wetter im Rittersaal auf Schloss Hellenstein und in beeindruckendem Ambiente statt. Sowohl Opernneulinge, als auch „richtige“ Opernliebhaber kamen in den Genuss dieser besonderen Inszenierung. „Tolle Stimmen, grandiose Mimen und eine wunderbare Orchesterbegleitung ließen den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis werden“ dankt die Projektbeauftragte Martina Müller dem Festspieldirektor Marcus Bosch und sei nem Ensemble, sowie der Stadt Heidenheim im Namen all „ihrer“ Besucher. An diesem Sommerabend wurde der Einsamkeit ein musikalisches Schnippchen geschlagen.